117 Jahre: Was wir aus dem Leben und den Genen von María Branyas über Longevity lernen können
María Branyas Morera wurde 117 Jahre alt und blieb bis ins höchste Alter geistig klar, körperlich stabil und bemerkenswert widerstandsfähig. Eine neue multiomische Analyse in Cell Reports Medicine untersuchte ihre Gene, ihren Stoffwechsel, ihre Darmflora und ihre täglichen Routinen. Die Ergebnisse liefern faszinierende Einblicke in wissenschaftlich fundierte Langlebigkeit und überraschend viele Anknüpfungspunkte für den Alltag.
Dieser Artikel erklärt, was die Forschung wirklich herausgefunden hat, welche biologischen Mechanismen dahinterstehen und wie moderne Longevity-Strategien die gleichen Systeme unterstützen können.
1. Was die Studie über Langlebigkeit wirklich zeigt
Das Team um Manel Esteller (koordinierender Autor; Erstautor: Eloy Santos-Pujol) analysierte Marías Blut, Urin, Stuhl und genetische Struktur und verglich sie mit gleichaltrigen Frauen aus der Region. Die Forscher machten etwas Entscheidendes: Sie trennten normale Alterung von krankheitsbedingter Alterung.
Einige zentrale Erkenntnisse:
- Schutzvarianten in wichtigen Genen reduzierten ihr Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und kognitive Beeinträchtigungen.
- Ihr Stoffwechselprofil war außergewöhnlich günstig: niedriges LDL, hohes HDL, wenig systemische Entzündung.
- Ihr Mikrobiom zeigte ein ungewöhnlich junges Profil – mit hoher Bifidobacterium-Dichte.
- Ihr Alltag verstärkte viele dieser Effekte: regelmäßige Bewegung, mediterrane Ernährung, kein Alkohol, kein Rauchen, enge soziale Kontakte.
„Die extreme Langlebigkeit zeigt eine faszinierende Dualität: das gleichzeitige Auftreten von Anzeichen extremer Alterung und gesunder Langlebigkeit."
2. Kurze Telomere und trotzdem gesund
Telomere sind die Schutzkappen der Chromosomen. Sie werden natürlicherweise mit jedem Lebensjahr kürzer. Bei María waren sie extrem kurz – was bei 110+ üblich ist. Entscheidend ist:
Kurz bedeutet nicht automatisch krank.
Ihre Stabilität, geringe Entzündung und robuste Mitochondrienfunktion kompensierten das, was in vielen Fällen zu altersbedingten Erkrankungen führt.
Ein wichtiger Bezug zur Longevity-Forschung: Telomerlänge ist nicht isoliert entscheidend. Viel wichtiger ist das Zusammenspiel mit:
- oxidativem Stress — ein zentraler Treiber von Telomerverkürzung, siehe auch Trans-Resveratrol entdecken (kaufen)
- mitochondrialer Energie, siehe Wirkung von Ca-AKG verstehen (kaufen)
- NAD⁺-abhängigen Reparaturprozessen, siehe NMN verstehen (kaufen)
3. Genetische Schutzvarianten – ein Vorteil, aber kein Garant
Die Sequenzierung zeigte, dass María mehrere seltene Varianten besaß, die:
- Fettstoffwechsel stabilisieren
- Herz-Kreislauf-Risiken senken
- Neurodegeneration verlangsamen
Gleichzeitig fehlten ihr risikoreiche Varianten, beispielsweise jene, die für Alzheimer prädisponieren.
Die Forscher betonen: Genetik erklärt nur einen Teil der extremen Langlebigkeit. Der Großteil entsteht durch Lebensstil — und genau dort wird die moderne Longevity-Strategie relevant.
Dazu zählen wissenschaftlich erforschte Mechanismen wie:
- NAD⁺-Stoffwechsel stärken → NMN
- Autophagie aktivieren → Autophagie verstehen
- oxidativen Stress reduzieren → Trans-Resveratrol
- Epigenetik stabilisieren — DNA-Methylierungsmuster als zentrale Alterungsmarker → siehe Blogartikel Epigenetisches Reprogramming
4. Entzündung niedrig zu halten – der unterschätzte Schlüssel
Einer der wichtigsten Befunde der Studie: María hatte über Jahrzehnte extrem niedrige Entzündungswerte. Das ist entscheidend, weil „Inflammaging" ein zentraler Treiber des Alterns ist.
Ihr persönlicher Anti-Entzündungs-Mix bestand aus:
- mediterraner Ernährung (reich an Polyphenolen, Antioxidantien, Omega-3)
- fermentierten Lebensmitteln → drei Joghurts täglich
- regelmäßiger Bewegung → 45–60 min Gehen täglich
- sozialer Einbindung → Familie, Nachbarn, Rituale
Diese Faktoren wirken direkt auf:
- Mikrobiom-Qualität
- Entzündungsregulation
- Stabilität des Immunsystems
5. Was du heute schon umsetzen kannst
Aus der Studie lassen sich fünf sofort umsetzbare Longevity-Hebel ableiten:
1. Tägliche Bewegung
Gehen ist ein wissenschaftlich belegter Longevity-Booster. María ging jeden Tag rund eine Stunde.
Synergien dazu:
2. Mediterrane Ernährung
Viel Gemüse, Hülsenfrüchte, Olivenöl, Nüsse, Fisch, Beeren – wissenschaftlich die am stärksten mit Langlebigkeit verbundene Kostform.
Mehr zu dem Thema kannst du in dem Artikel Longevity-Ernährung: 9 Regeln für Energie & Zellgesundheit nachlesen.
3. Entzündungen reduzieren
Schlaf, mentaler Ausgleich, Polyphenole & Antioxidantien wirken messbar.
Mehr dazu erfährst du im Artikel Wie stille Entzündungen das biologische Altern beschleunigen.
Passend dazu: Trans-Resveratrol und Luma (Carotinoide + Vitamin E)
4. Darmflora stärken
Fermentierte Lebensmittel oder fermentative Alternativen können das Mikrobiom nachhaltig verbessern.
5. Soziale Verbundenheit
Soziale Beziehungen senken Stressmarker, stabilisieren Immunsystem & kognitive Funktionen.
Mehr dazu erfährst du im Artikel Psychologie der Langlebigkeit. Wie mentale und soziale Faktoren die Healthspan beeinflussen
6. Mythos-Check: Muss man jetzt 3 Joghurts täglich essen?
Nein. Die Studie berichtet eine Beobachtung – keine allgemeine Empfehlung. Entscheidend ist das Prinzip:
Fermentierte Lebensmittel + pflanzenbetonte Ernährung → jüngeres Mikrobiomprofil.
Für Menschen ohne Laktoseverträglichkeit eignen sich auch Kefir, Kombucha oder fermentiertes Gemüse.
7. Bedeutung für moderne Longevity-Strategien
Der Fall von María zeigt drei zentrale Erkenntnisse:
- Genetik ist nur der Startpunkt. Lebensstil moduliert die Wirkung unserer Gene — und bestimmt, wie stark biologisches und kalendarisches Alter auseinanderfallen.
- Entzündung, Energie & Mikrobiom sind Kernmechanismen gesunder Alterung.
- Routinen schlagen Zufall. Messbare Strategien → bessere Ergebnisse.
8. Longevity-Wirkstoffe und ihr Bezug zur Studie
NMN kaufen · Spermidin kaufen · TMG kaufen
Vertiefend empfohlen: Was bedeutet Longevity?
9. Limitierungen – warum die Studie trotzdem wertvoll ist
Es handelt sich um einen Einzelfall – also keine generalisierbare klinische Studie. Dennoch ist der Datensatz außergewöhnlich vollständig und zeigt klar:
Die Autoren planen nun Vergleiche mit weiteren extrem langlebigen Personen, um Muster zu bestätigen.
10. Häufige Fragen zur María-Branyas-Studie
Bedeuten kurze Telomere automatisch schlechte Gesundheit?
Nein. María Branyas hatte extrem kurze Telomere, blieb aber gesund. Entscheidend ist offenbar das Zusammenspiel mit niedriger Entzündung, robuster Mitochondrienfunktion und weiteren Schutzfaktoren, nicht die Telomerlänge allein.
Wie viel Prozent der extremen Langlebigkeit erklärt Genetik?
Nach Einschätzung der Forscher erklärt Genetik nur einen Teil der extremen Langlebigkeit — der überwiegende Rest entsteht durch Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Bewegung, soziale Einbindung und niedrige Entzündungswerte.
Muss man jetzt täglich drei Joghurts essen, um länger zu leben?
Nein. Die Studie berichtet eine Beobachtung bei einer einzelnen Person, keine allgemeine Empfehlung. Entscheidend ist das Prinzip dahinter: fermentierte Lebensmittel in Kombination mit pflanzenbetonter Ernährung stehen mit einem jüngeren Mikrobiomprofil in Verbindung.
Ist eine Einzelfallstudie wissenschaftlich aussagekräftig?
Eine Einzelfallstudie ist nicht generalisierbar, liefert aber wertvolle Hypothesen. Die Forscher planen bereits Vergleiche mit weiteren extrem langlebigen Personen, um die beobachteten Muster zu bestätigen.
11. Quellen
- Santos-Pujol, E., Noguera-Castells, A. et al. (2025). The multiomics blueprint of the individual with the most extreme lifespan. Cell Reports Medicine, 24. September 2025. Evidenzgrad: außergewöhnlich umfassende Einzelfallstudie (Multiomik-Analyse) DOI: 10.1016/j.xcrm.2025.102368
- Berichterstattung u. a. bei Nature, CNN, Smithsonian Magazine und ScienceAlert (September 2025) — Interviews mit Manel Esteller zur Einordnung der Studienergebnisse.
Hinweis: Der im Original genannte Studientitel ("Genetic and metabolic signatures of exceptional longevity") war nicht korrekt — der tatsächliche Titel lautet "The multiomics blueprint of the individual with the most extreme lifespan". Alle übrigen inhaltlichen Kernaussagen des Artikels wurden gegen die Studie und begleitende Berichterstattung geprüft und bestätigt.

