Definition
Was ist Longevity? Biologisches vs. chronologisches Altern
Chronologisches Alter ist simpel: die Anzahl der Jahre seit der Geburt.
Biologisches Alter ist komplexer und weit relevanter: Es beschreibt den
tatsächlichen Zustand deiner Zellen, Gewebe und Organsysteme — und dieser
Zustand kann erheblich vom chronologischen Alter abweichen. Zwei Menschen
mit demselben Geburtsjahr können biologisch um zehn Jahre oder mehr auseinanderliegen.
Longevity als wissenschaftliche Disziplin untersucht die molekularen und
zellulären Prozesse, die biologisches Altern antreiben — und fragt, wie
diese Prozesse verlangsamt, aufgehalten oder in bestimmten Kontexten
sogar umgekehrt werden können. Das Ziel ist nicht Unsterblichkeit, sondern
etwas deutlich Erreichbareres: die Ausdehnung des Healthspans — des Anteils
des Lebens, der in guter körperlicher und kognitiver Gesundheit verbracht wird.
Lifespan vs. Healthspan: Der entscheidende Unterschied
Moderne Medizin hat den Lifespan in vielen Teilen der Welt erheblich
verlängert — durch Antibiotika, Impfungen, Chirurgie und Intensivmedizin.
Was sie weniger erfolgreich verlängert hat: den Healthspan. Menschen leben
länger, aber ein wachsender Teil dieser Jahre wird mit chronischen
Erkrankungen verbracht — Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes,
Demenz, Osteoporose, Krebserkrankungen. Longevity-Forschung zielt auf
etwas anderes: die Morbidität zu komprimieren — also Krankheitsphasen
ans Lebensende zu verschieben und die Spanne aktiver Gesundheit zu maximieren.
Biologisches Alter messen: Was ist möglich?
Die Messung des biologischen Alters hat in den letzten Jahren erhebliche
Fortschritte gemacht. Epigenetische Uhren — insbesondere der Horvath-Clock
und nachfolgende Modelle wie GrimAge und PhenoAge — messen DNA-Methylierungsmuster
an Tausenden von CpG-Stellen im Genom und liefern einen messbaren
biologischen Altersmarker. Diese Uhren korrelieren besser mit Mortalitätsrisiko
und Gesundheitszustand als das chronologische Alter. Kommerziell sind
entsprechende Tests verfügbar; in der Forschung sind sie ein Standardwerkzeug
zur Bewertung von Longevity-Interventionen. Was Longevity als gelebtes Konzept bedeutet und wie Healthspan konkret verlängert werden kann, erklärt dieser einführende Artikel.

Longevity meint nicht nur ein langes Leben, sondern vor allem das Ziel, Gesundheit, Belastbarkeit und Lebensqualität über möglichst viele Jahre zu erhalten.
Wissenschaft
Die 12 Hallmarks of Aging: Was die Wissenschaft heute weiß
2013 veröffentlichten López-Otín et al. in Cell ein bahnbrechendes
Rahmenwerk: die Hallmarks of Aging — neun molekulare und zelluläre
Mechanismen, die biologisches Altern antreiben. 2023 wurde dieses Modell
auf 12 Hallmarks erweitert. Es ist heute der wissenschaftliche Goldstandard
für das Verständnis des Alterungsprozesses.
01
Genomische Instabilität
02
Telomerverkürzung
03
Epigenetische Veränderungen
04
Verlust der Proteostase
05
Deaktivierte Makroautophagie
06
Deregulierte Nährstoffsensorik
07
Mitochondriale Dysfunktion
08
Zelluläre Seneszenz
09
Stammzellerschöpfung
10
Veränderte Zellkommunikation
11
Chronische Entzündung (Inflammaging)
12
Dysbiose
Die drei Kategorien der Hallmarks
López-Otín et al. ordnen die Hallmarks in drei Kategorien: primäre,
antagonistische und integrative Hallmarks. Primäre Hallmarks sind die
ursprünglichen Schadensquellen — genomische Instabilität, Telomerverkürzung,
epigenetische Drift und Proteostaseverlust. Sie entstehen über Zeit und
sind weitgehend unvermeidlich. Antagonistische Hallmarks — Seneszenz,
deregulierte Nährstoffsensorik, mitochondriale Dysfunktion — sind
ursprünglich schützende Reaktionen auf primäre Schäden, die bei
chronischer Aktivierung selbst zum Schaden werden. Integrative Hallmarks
— Stammzellerschöpfung, veränderte Zellkommunikation, Inflammaging,
Dysbiose — sind die systemischen Konsequenzen, die sich aus den primären
und antagonistischen Prozessen entwickeln.
Was die Hallmarks für Longevity-Strategien bedeuten
Das Hallmarks-Modell ist nicht nur akademisch relevant — es ist ein
Orientierungsrahmen für Longevity-Strategien. Interventionen, die auf
mehrere Hallmarks gleichzeitig wirken, sind denjenigen überlegen,
die nur einen Mechanismus adressieren. Kalorische Restriktion und
Intervallfasten zum Beispiel beeinflussen gleichzeitig Nährstoffsensorik,
Autophagie, Entzündungsmarker und metabolische Effizienz — eine
breitere Wirkung als die meisten einzelnen Wirkstoffe. Supplementierung
kann spezifische Hallmarks gezielt adressieren, ist aber am wirksamsten
im Kontext einer umfassenden Longevity-Strategie. Alle 12 Hallmarks of Aging mit praktischen Interventionshinweisen ausführlich erklärt — der vollständige Grundlagenartikel.

Die Hallmarks of Aging beschreiben zentrale biologische Prozesse, die mit dem Altern des Körpers in Verbindung stehen.
Mechanismen
Die vier zentralen Longevity-Achsen: NAD⁺, Sirtuine, Autophagie und Methylierung
Aus den 12 Hallmarks kristallisieren sich vier biochemische Achsen heraus,
die in der Longevity-Forschung besonders intensiv untersucht werden und
die Grundlage für die meisten molekularen Interventionsstrategien bilden.
Achse 1: NAD⁺-Metabolismus
NAD⁺ (Nicotinamidadenindinukleotid) ist ein Coenzym, das an über 500
enzymatischen Reaktionen beteiligt ist — darunter die gesamte
Energiegewinnung in den Mitochondrien, DNA-Reparatur durch PARP-Enzyme
und die Aktivierung von Sirtuinen. Der NAD⁺-Spiegel sinkt mit dem Alter
um bis zu 50 % — bedingt durch erhöhten Verbrauch durch
DNA-Schäden, chronische Entzündung und NNMT-Aktivierung sowie
reduzierte Synthese durch rückläufige NAMPT-Aktivität. Die Folgen
sind direkt messbar: geringere mitochondriale Effizienz, langsamere
DNA-Reparatur, erhöhte zelluläre Seneszenz. NMN (Nicotinamidmononukleotid)
ist der direkteste bekannte Vorläufer im NAD⁺-Salvage-Pathway. Was NAD⁺ biochemisch ist, warum sein Rückgang mit dem Alter problematisch ist und welche Forschung dahinter steht, erklärt dieser Grundlagenartikel.
Achse 2: Sirtuin-Aktivierung
Sirtuine (SIRT1–SIRT7) sind NAD⁺-abhängige Deacetylasen — Enzyme,
die Genexpression, DNA-Reparatur, mitochondriale Biogenese und
Entzündungsregulation steuern. Sie sind biochemisch direkt mit dem
NAD⁺-Metabolismus verknüpft: Ohne ausreichend NAD⁺ können Sirtuine
nicht funktionieren. SIRT1 ist der bekannteste Vertreter — er reguliert
PGC-1α (mitochondriale Biogenese), FOXO3 (Stressresistenz) und NF-κB
(Entzündungsregulation). Trans-Resveratrol aktiviert SIRT1 allosterisch
und ist der am besten untersuchte natürliche Sirtuin-Aktivator. Wie Sirtuine, AMPK und mTOR als biochemisches Dreieck die gesamte Longevity-Biologie strukturieren, erklärt dieser Artikel ausführlich.
Achse 3: Autophagie
Autophagie ist der zelluläre Selbstreinigungsprozess — die kontrollierte
Entsorgung und Wiederverwertung beschädigter Proteine, defekter Organellen
und zellulärer Trümmer. Mit zunehmendem Alter nimmt die Autophagie-Aktivität
messbar ab — ein direkter Beitrag zu zwei zentralen Hallmarks: Verlust
der Proteostase und deaktivierte Makroautophagie. Yoshinori Ohsumi erhielt
2016 den Nobelpreis für die Aufklärung der Autophagie-Mechanismen.
Spermidin ist der stärkste bekannte natürliche Autophagie-Induktor;
Intervallfasten aktiviert Autophagie über den mTOR/AMPK-Weg.
Achse 4: Methylierungsstoffwechsel
Methylierung — die Übertragung von Methylgruppen auf DNA, Histone und
andere Moleküle — ist einer der fundamentalsten epigenetischen
Regulationsmechanismen. Die epigenetische Drift des Methylierungsmusters
ist Hallmark Nr. 3 und gleichzeitig die Grundlage der epigenetischen
Uhren (Horvath-Clock). TMG (Trimethylglycin) ist der effizienteste
direkte Methylgruppenspender; der Einkohlenstoff-Stoffwechsel verbindet
Methylierung mit Homocystein-Regulation, SAM-Verfügbarkeit und
NAD⁺-Metabolismus — alle vier Longevity-Achsen sind damit untereinander
vernetzt.
Fünfte Achse: Zellstoffwechsel und Citratzyklus
Eine zunehmend untersuchte Ergänzung ist der Citratzyklus-Metabolismus —
speziell Alpha-Ketoglutarat (AKG) als Schnittpunkt von Energiestoffwechsel,
epigenetischer Kofaktorversorgung (TET-Enzyme, JmjC-Demetylasen) und
mTOR-Inhibition. Ca-AKG adressiert diese Ebene direkt — es ist das
einzige Molekül unter den häufig diskutierten Longevity-Wirkstoffen,
das sowohl Citratzyklus-Substrat als auch epigenetischer Kofaktor ist.

Die fünf Longevity-Achsen bündeln zentrale biologische und lebensstilbezogene Bereiche, die für gesundes Altern besonders relevant sind.
Lebensstil
Was Longevity-Forschung über Schlaf, Bewegung und Ernährung sagt
Bevor Supplementierung sinnvoll eingeordnet werden kann, braucht es
eine ehrliche Einordnung der Lebensstilfaktoren — denn die Datenlage
ist eindeutig: Kein Supplement kompensiert dauerhaft schlechten Schlaf,
Bewegungsmangel oder eine unausgewogene Ernährung.
Schlaf: Der unterschätzte Longevity-Faktor
Schlaf ist der leistungsfähigste Regenerationsmodus des Körpers.
Während des Tiefschlafs laufen die wichtigsten zellulären Reparaturprozesse
ab: DNA-Reparatur in Neuronen, glymphatische Clearance von Proteindepots
(darunter Amyloid-β), Konsolidierung immunologischer Gedächtnisreaktionen.
Walker et al. und zahlreiche Longitudinalstudien zeigen: Chronischer
Schlafmangel unter 7 Stunden korreliert mit beschleunigter epigenetischer
Alterung, erhöhtem Demenz- und Herz-Kreislauf-Risiko sowie reduzierter
Telomerase-Aktivität. Sieben bis neun Stunden konsistenter, qualitativ
hochwertiger Schlaf ist die günstigste Longevity-Intervention mit der
stärksten Wirkgröße — kostenlos und ohne Nebenwirkungen.
Bewegung: Die breiteste Hallmarks-Abdeckung
Kein anderer bekannter Einfluss adressiert mehr Hallmarks of Aging
gleichzeitig als regelmäßige körperliche Aktivität. Ausdauertraining
verbessert mitochondriale Dichte und Funktion (Hallmark 7), reduziert
chronische Entzündungsmarker (Hallmark 11), erhöht AMPK-Aktivität
und verbessert Insulinsensitivität (Hallmark 6). Krafttraining erhält
Muskelmasse und Stammzellpotenzial (Hallmark 9) und korreliert mit
reduzierten Seneszenzmarkern. Die Kombination beider Trainingsformen
— oft als "Exercise Snacks" über den Tag verteilt — zeigt synergistische
Effekte, die weder allein erzielen.
Ernährung: Was die Evidenz wirklich zeigt
Die Longevity-Forschung hat keine universelle "beste Diät" etabliert —
aber konsistente Muster: hohe Gemüse- und Hülsenfrüchtedichte,
ausreichend hochwertiges Protein (besonders relevant mit zunehmendem
Alter für Muskelerhalt), moderate Kalorienaufnahme und minimale
verarbeitete Lebensmittel. Kalorische Restriktion verlängert in
Tiermodellen die Lebensspanne über mehrere Mechanismen konsistent —
der Übertrag auf den Menschen ist biologisch plausibel, aber noch
nicht in Langzeitstudien direkt belegt. Intervallfasten aktiviert
ähnliche Signalwege (AMPK, mTOR-Inhibition, Autophagie) mit
weniger adherence-Problemen. Die neun evidenzbasierten Ernährungsregeln für Zellgesundheit und gesundes Altern im Überblick.
Stressmanagement und soziale Verbindung
Chronischer psychosozialer Stress erhöht Cortisol dauerhaft, was
direkt epigenetische Alterung, Telomerverkürzung und Inflammaging
antreibt. Die epigenetischen Altersmarker von Personen mit chronisch
hoher Stressbelastung sind messbar erhöht — unabhängig von anderen
Lebensstilfaktoren. Regelmäßige Entspannungspraktiken (Meditation,
Atemübungen, Naturexposition) und stabile soziale Bindungen sind
in Longitudinalstudien mit verlangsamter biologischer Alterung assoziiert.

Lebensstil und Longevity sind eng miteinander verbunden, weil tägliche Gewohnheiten zentrale biologische Prozesse langfristig beeinflussen.
Supplementierung
Longevity-Wirkstoffe: Was die Forschung untersucht und warum
Supplementierung im Longevity-Kontext ist kein Ersatz für Lebensstil,
sondern eine präzise Ergänzung — für spezifische biochemische Defizite,
die durch Ernährung und Lebensstil allein nicht vollständig adressiert
werden können. Die relevanten Wirkstoffe lassen sich klar nach ihrem
primären Wirkmechanismus einordnen.
NAD⁺-Vorläufer: NMN und NR
NMN (Nicotinamidmononukleotid) und NR (Nicotinamidribosid) sind die
meistuntersuchten NAD⁺-Vorläufer im Longevity-Kontext. Beide speisen
den Salvage-Pathway und erhöhen intrazellulären NAD⁺-Spiegel messbar.
NMN wird direkt über den Slc12a8-Transporter und über Dephosphorylierung
zu NR in Darmzellen resorbiert. Die Humanforschung zeigt konsistente
Sicherheit und Bioverfügbarkeit; klinische Studien zu spezifischen
Longevity-Endpunkten laufen. Yoshino et al. (2021) zeigten in einer
randomisierten Humanstudie, dass NMN Insulin-Signalwege und muskuläre
NAD⁺-Metabolismus-Gene verbesserte.
Alpha-Ketoglutarat: Citratzyklus und Epigenetik
Ca-AKG adressiert zwei Hallmarks gleichzeitig: als Citratzyklus-Substrat
die mitochondriale Energieproduktion (Hallmark 7) und als Kofaktor von
TET-Enzymen und JmjC-Histondemethylasen die epigenetische Regulation
(Hallmark 3). Shahmirzadi et al. (2020, Cell Metabolism) zeigten in
Mäusen eine Kompression der Morbidität — länger gesunde Jahre bei gleicher
Lebensspanne — als bisher überzeugendste präklinische Studie zu
einem Longevity-Wirkstoff.
TMG: Methylierungsachse und NAD⁺-Synergist
TMG ist der effizienteste direkte Methylgruppenspender. Im Longevity-Stack
hat es eine Doppelrolle: Es unterstützt den Methylierungsstoffwechsel
eigenständig — Homocystein-Regulation, SAM-Verfügbarkeit, epigenetische
Balance — und kompensiert gleichzeitig den erhöhten Methylgruppenbedarf,
den intensive NAD⁺-Supplementierung über den NNMT-Enzymweg erzeugt.
Das macht TMG zur logischen Ergänzung von NMN, nicht zu einer optionalen.
Spermidin und Trans-Resveratrol
Spermidin ist der stärkste bekannte natürliche Autophagie-Induktor —
es adressiert direkt Hallmarks 5 (Autophagie) und 4 (Proteostase).
Trans-Resveratrol aktiviert SIRT1 allosterisch und wirkt synergetisch
mit NMN: NMN liefert das NAD⁺-Substrat, Resveratrol erhöht die
Sirtuin-Effizienz. Beide Wirkstoffe sind in der Forschung gut etabliert,
aber Langzeitstudien am Menschen fehlen noch.
Mikronährstoffe: Das Fundament
Bevor spezifische Longevity-Wirkstoffe sinnvoll ergänzt werden können,
muss die Mikronährstoffbasis abgesichert sein. Magnesiummangel limitiert
NAMPT (NAD⁺-Synthese-Enzym). B-Vitamin-Defizite beeinträchtigen
Methylierungsstoffwechsel und Energiegewinnung direkt. Vitamin-D-Mangel
ist mit beschleunigter epigenetischer Alterung assoziiert. Zink und
Selen sind Kofaktoren zentraler antioxidativer Enzymsysteme. Defizite
zu beheben hat oft die direktere und messbarere Wirkung als spezifische
Longevity-Wirkstoffe — weil Defizite zelluläre Funktionen aktiv
beeinträchtigen, während Longevity-Wirkstoffe auf einem gut versorgten
System aufbauen.

Longevity-Wirkstoffe werden dort relevant, wo gezielte Mikronährstoffe und bioaktive Substanzen biologische Schlüsselprozesse unterstützen sollen.
Stack-Logik
Wie ein sinnvoller Longevity-Stack aufgebaut ist
Ein Longevity-Stack ist kein willkürlich zusammengestellter Produktkorb —
er folgt einer biochemischen Logik, in der jeder Wirkstoff eine klar
definierte Rolle übernimmt, ohne die Rolle eines anderen zu duplizieren.
Die entscheidende Frage ist nicht "Was nehmen andere?" sondern
"Welche Prozesse will ich adressieren — und welche Wirkstoffe tun das
am präzisesten?"
Ebene 1: Mikronährstoff-Basis sichern
Vor allem anderen: Mikronährstoffdefizite beseitigen. Ein All-in-One-Komplex
wie ALL+ sichert das vollständige Vitamin-B-Profil, Vitamin D3, C und E,
Magnesium, Zink und Selen in einer täglichen Dosis. Diese Basis ist
biochemische Voraussetzung dafür, dass zelluläre Enzymsysteme —
darunter NAMPT, SIRT1 und die Methylierungsenzyme — überhaupt effizient
arbeiten können. Ein Longevity-Stack ohne Mikronährstoff-Basis ist wie
ein Hochleistungsmotor ohne Motoröl.
Ebene 2: Die drei Longevity-Kernachsen adressieren
NMN, Ca-AKG und TMG bilden das biochemisch kohärenteste Kerntrio der
Longevity-Supplementierung. NMN adressiert den NAD⁺-Metabolismus —
die Energieversorgung und Sirtuin-Aktivierung. Ca-AKG adressiert
den Citratzyklus und die epigenetische Kofaktorversorgung — Mitochondrien
und epigenetische Regulation gleichzeitig. TMG sichert die
Methylierungsachse ab und verhindert, dass intensive NMN-Supplementierung
den Methylierungsstoffwechsel destabilisiert. Die drei Wirkstoffe
decken gemeinsam vier der fünf Longevity-Achsen ab: NAD⁺, Sirtuine,
Epigenetik und Methylierung.
Ebene 3: Autophagie und antioxidativer Schutz
Spermidin adressiert als einziger Wirkstoff im Stack direkt die
Autophagie — die fünfte Longevity-Achse. Trans-Resveratrol verstärkt
die Sirtuin-Aktivierung auf der NAD⁺-Achse und schützt über Nrf2
antioxidativ. Beide Wirkstoffe sind sinnvolle Erweiterungen des
Kern-Stacks, aber keine Voraussetzung für den Einstieg.
Einsteiger-Logik: Weniger ist mehr
Wer neu in die Longevity-Supplementierung einsteigt, sollte nicht
sofort mit einem maximalen Stack beginnen. Eine bewährte Reihenfolge:
Zuerst die Mikronährstoff-Basis sichern (ALL+, MGN+). Dann NMN + TMG
als NAD⁺-Methylierungs-Kombination einführen. Nach 4–6 Wochen Ca-AKG
ergänzen. Erst dann Spermidin und Resveratrol für die Autophagie-
und Sirtuin-Ebene erwägen. Diese gestaffelte Einführung ermöglicht
es, die Wirkung jedes Wirkstoffs besser einzuschätzen und den Stack
individuell anzupassen. Warum die biochemische Logik hinter Wirkstoffkombinationen größere Effekte erzielt als Einzelsupplementierung, erklärt dieser Artikel zu Longevity-Synergien.

Die Kombination aus NMN, Ca-AKG und TMG verbindet drei komplementäre Ansätze rund um NAD⁺-Stoffwechsel, Zellstoffwechsel und Methylierung.
FAQ
Häufige Fragen zu Longevity
Was bedeutet Longevity und was hat das mit mir zu tun?
Longevity bezeichnet die Verlängerung der gesunden Lebensspanne —
nicht bloß mehr Jahre, sondern mehr Jahre in guter Gesundheit.
Biologisches Altern ist kein fixes Schicksal: Forschung zeigt, dass
zelluläre Alterungsprozesse beeinflusst werden können. Der Ansatz
beginnt nicht im Rentenalter — biologische Alterung setzt ab dem
dritten Lebensjahrzehnt messbar ein.
Was sind die Hallmarks of Aging?
Die Hallmarks of Aging sind ein wissenschaftliches Rahmenwerk (López-Otín
et al., Cell 2013/2023) mit 12 molekularen Mechanismen, die biologisches
Altern antreiben: genomische Instabilität, Telomerverkürzung, epigenetische
Drift, Proteostaseverlust, deaktivierte Autophagie, deregulierte
Nährstoffsensorik, mitochondriale Dysfunktion, zelluläre Seneszenz,
Stammzellerschöpfung, veränderte Zellkommunikation, Inflammaging
und Dysbiose.
Was ist der Unterschied zwischen Lifespan und Healthspan?
Lifespan ist die Gesamtlebensdauer. Healthspan ist der Teil des Lebens
in guter Gesundheit — ohne schwere chronische Erkrankungen oder
signifikante funktionelle Einschränkungen. Das Ziel moderner
Longevity-Forschung ist die Ausdehnung des Healthspans und die
Kompression der Morbidität ans Lebensende.
Warum sinkt NAD⁺ mit dem Alter und was sind die Folgen?
NAD⁺ ist Coenzym für über 500 enzymatische Reaktionen — Energiemetabolismus,
DNA-Reparatur, Sirtuin-Aktivierung. Der NAD⁺-Spiegel sinkt mit dem Alter
um bis zu 50 %, bedingt durch erhöhten Verbrauch durch DNA-Schäden,
Entzündung und NNMT-Aktivierung sowie reduzierte Syntheseleistung von NAMPT.
Die Folgen: geringere mitochondriale Effizienz, langsamere DNA-Reparatur,
erhöhte zelluläre Seneszenz.
Was ist der Unterschied zwischen Longevity und Anti-Aging?
Anti-Aging ist ein Marketingbegriff für symptomatische Maßnahmen —
Faltenreduktion, äußere Erscheinung. Longevity ist ein wissenschaftlicher
Begriff, der biologische Alterungsmechanismen auf molekularer Ebene
adressiert: NAD⁺-Metabolismus, Autophagie, genomische Stabilität,
Mitochondrienfunktion. Longevity fragt nicht "Wie sehe ich jünger aus?",
sondern "Wie bleibe ich biologisch länger jung?"
Welche Lebensstilfaktoren haben den größten Einfluss auf Longevity?
Schlaf (7–9 Stunden konsistent), Bewegung (Kraft- und Ausdauertraining
kombiniert), Ernährung (pflanzenreich, kalorisch angemessen,
proteinausreichend) und Stressmanagement haben den größten messbaren
Einfluss auf biologisches Altern — deutlich größer als jede einzelne
Supplementierungsmaßnahme. Supplementierung ist eine sinnvolle Ergänzung,
kein Ersatz.
Quellen
Zitierte Studien und Literatur
López-Otín C. et al. (2023). Hallmarks of Aging: An Expanding Universe.
Cell, 186(2), 243–278.
doi.org/10.1016/j.cell.2022.11.001
López-Otín C. et al. (2013). The Hallmarks of Aging.
Cell, 153(6), 1194–1217.
doi.org/10.1016/j.cell.2013.05.039
Yoshino M. et al. (2021). Nicotinamide mononucleotide increases muscle
insulin sensitivity in prediabetic women. Science, 372(6547), 1224–1229.
doi.org/10.1126/science.abe9985
Shahmirzadi A.A. et al. (2020). Alpha-Ketoglutarate, an Endogenous
Metabolite, Extends Lifespan and Compresses Morbidity in Aging Mice.
Cell Metabolism, 32(3), 447–456.
doi.org/10.1016/j.cmet.2020.08.004
Horvath S. & Raj K. (2018). DNA methylation-based biomarkers and the
epigenetic clock theory of ageing. Nature Reviews Genetics, 19(6), 371–384.
doi.org/10.1038/s41576-018-0004-3
Eisenberg T. et al. (2009). Induction of autophagy by spermidine promotes
longevity. Nature Cell Biology, 11(11), 1305–1314.
doi.org/10.1038/ncb1975
Madeo F. et al. (2019). Caloric Restriction Mimetics against Age-Associated
Disease: Targets, Mechanisms, and Therapeutic Potential.
Cell Metabolism, 29(3), 592–610.
doi.org/10.1016/j.cmet.2019.01.018