Eine sportliche Frau in dunkelblauer Kleidung greift nach einer Kapsel, während neben ihr ein Glas Wasser steht.

Multivitamin kaufen: Worauf solltest du achten?

Kaufberatung · ca. 10 Minuten Lesezeit · Zuletzt aktualisiert: Oktober 2026

Woran erkennst du ein gutes Multivitamin?

Kurzantwort: Wenn du ein Multivitamin kaufen möchtest, achte vor allem auf eine vollständige Deklaration, nachvollziehbare Dosierungen, die NRV-Werte, klar bezeichnete Nährstoffformen, die Frage nach Eisen, transparente Zusatzstoffe sowie nachvollziehbare Qualitäts- und Laborprüfungen.

Mehr Inhaltsstoffe und höhere Dosierungen machen ein Multivitamin nicht automatisch besser. Entscheidend ist, ob die Zusammensetzung zu deiner Ernährung, Lebensphase und deinen weiteren Nahrungsergänzungsmitteln passt.

Multivitamin-Präparate sehen auf den ersten Blick häufig ähnlich aus. Auf dem Etikett stehen lange Listen mit Vitaminen, Mineralstoffen und Prozentangaben – doch gerade diese Details entscheiden darüber, wie sich ein Produkt einordnen lässt.

Dieser Leitfaden zeigt dir 8 konkrete Kriterien, mit denen du ein Multivitamin vor dem Kauf systematisch prüfen kannst.

Falls du noch grundsätzlich zwischen einem Kombinationsprodukt und gezielten Einzelpräparaten abwägst, findest du die Unterschiede in unserem separaten Ratgeber Multivitamin oder Einzelpräparate: Was ist sinnvoll?.

Multivitamin kaufen: Die 8 Kriterien auf einen Blick

Mit dieser Checkliste kannst du ein Multivitamin bereits anhand des Etiketts und der Herstellerangaben grob einordnen:

1. Deklaration: Sind alle relevanten Inhaltsstoffe und Mengen pro empfohlener Tagesdosis angegeben?

2. NRV-Werte: Wie hoch sind die Dosierungen – und nimmst du dieselben Nährstoffe bereits über andere Präparate auf?

3. Nährstoffformen: Werden die verwendeten Vitamin- und Mineralstoffverbindungen konkret genannt?

4. Eisen: Enthält das Produkt Eisen – und passt das zu deiner individuellen Situation?

5. Zusätzliche Inhaltsstoffe: Sind Pflanzenextrakte, Coenzym Q10 oder andere Extras transparent dosiert?

6. Zutatenliste: Sind Kapselhülle, Hilfsstoffe und mögliche Allergene transparent deklariert?

7. Qualitätskontrolle: Macht der Hersteller nachvollziehbare Angaben zu Herstellung, Charge und Laborprüfung?

8. Preis: Wie hoch ist der tatsächliche Preis pro Tagesdosis?

1. Auf eine vollständige Deklaration achten

Der erste Blick sollte nicht auf die Vorderseite der Verpackung, sondern auf die Nährstoff- und Zutatenangaben gehen.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln müssen unter anderem die charakteristischen Nährstoffe oder sonstigen Stoffe sowie deren Mengen bezogen auf die empfohlene tägliche Verzehrsmenge nachvollziehbar angegeben werden. Für Vitamine und Mineralstoffe werden zusätzlich die entsprechenden Referenzwerte ausgewiesen.

Achte deshalb darauf, ob eine Mengenangabe pro Kapsel oder pro Tagesdosis erfolgt. Ein Produkt kann beispielsweise 60 Kapseln enthalten, bei zwei Kapseln täglich aber nur 30 Tagesdosen liefern.

Bei Pflanzenextrakten und anderen zusätzlichen Inhaltsstoffen sollte ebenfalls klar erkennbar sein, welche Menge tatsächlich in der empfohlenen Tagesdosis enthalten ist. Bei standardisierten Extrakten ist zusätzlich interessant, ob der standardisierte Bestandteil angegeben wird.

Faustregel: Je einfacher du nachvollziehen kannst, was du täglich in welcher Menge einnimmst, desto besser lässt sich ein Präparat beurteilen.

2. NRV-Werte richtig lesen

Hinter vielen Vitaminen und Mineralstoffen findest du auf dem Etikett eine Prozentangabe. Sie bezieht sich auf den sogenannten NRV (Nutrient Reference Value), also den in der EU festgelegten Nährstoffbezugswert für Erwachsene.

Nach Anhang XIII der EU-Lebensmittelinformationsverordnung entsprechen beispielsweise 80 mg Vitamin C, 5 µg Vitamin D, 10 mg Zink und 14 mg Eisen jeweils 100 % des entsprechenden NRV.

Wichtig: 100 % NRV bedeuten nicht, dass exakt diese Menge für jeden Menschen individuell optimal ist. Ebenso bedeutet ein Wert von 200 oder 400 % nicht automatisch, dass ein Produkt besser ist.

NRV-Werte sind standardisierte Bezugsgrößen für die Lebensmittelkennzeichnung. Sie sind nicht mit einem individuell bestimmten Bedarf gleichzusetzen.

Daneben existieren für verschiedene Nährstoffe sogenannte Tolerable Upper Intake Levels (UL). Sie beschreiben Aufnahmemengen, die bei langfristiger täglicher Aufnahme voraussichtlich kein gesundheitliches Risiko darstellen. Die aktuelle EFSA-Übersicht enthält solche Obergrenzen unter anderem für Vitamin B6, Zink, Selen und Vitamin D.

Für Magnesium gilt beispielsweise ein UL von 250 mg pro Tag für bestimmte leicht dissoziierbare Magnesiumsalze und Verbindungen wie Magnesiumoxid aus Nahrungsergänzungsmitteln, angereicherten Lebensmitteln und Wasser. Natürlich in Lebensmitteln enthaltenes Magnesium ist davon nicht erfasst.

Besonders wichtig wird die Gesamtbetrachtung, wenn mehrere Produkte kombiniert werden. Ein Multivitamin plus B-Komplex plus Magnesium- oder Zinkpräparat kann dieselben Nährstoffe mehrfach liefern.

Deshalb gilt beim Kauf: Nicht nur jedes Produkt einzeln betrachten, sondern die gesamte Supplement-Routine.

3. Die verwendeten Nährstoffformen prüfen

Viele Vitamine und Mineralstoffe können in unterschiedlichen chemischen Verbindungen eingesetzt werden. Diese können sich unter anderem in Stabilität, Löslichkeit und Bioverfügbarkeit unterscheiden.

Vitamin D: D2 oder D3?

Bei Vitamin D lohnt sich beispielsweise ein Blick auf die Form. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse randomisierter Studien von Tripkovic et al. kam zu dem Ergebnis, dass Vitamin D3 (Cholecalciferol) den 25-OH-Vitamin-D-Spiegel insgesamt wirksamer erhöhen konnte als Vitamin D2 (Ergocalciferol). Die Ergebnisse unterschieden sich allerdings auch nach dem verwendeten Einnahmeschema.

Folat: Folsäure oder 5-MTHF?

Auch Folat kann in unterschiedlichen Formen enthalten sein. Klassische Folsäure ist umfassend untersucht und wird seit Langem in Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt. Daneben gibt es 5-MTHF beziehungsweise Methylfolat.

Bei bestimmten MTHFR-Varianten kann 5-MTHF für einzelne Personen interessant sein. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Folsäure grundsätzlich eine minderwertige Form wäre. Insbesondere zur Verringerung des Risikos von Neuralrohrdefekten ist Folsäure die Form mit etablierter klinischer Evidenz.

Marketingbegriffe kritisch lesen

Bezeichnungen wie „aktiviert“, „Premium“, „hoch bioverfügbar“ oder „optimal“ sind allein noch kein Qualitätsnachweis.

Aussagekräftiger ist eine transparente Angabe der tatsächlich verwendeten Verbindung. Erst dann lässt sich beurteilen, was ein Produkt konkret enthält.

4. Multivitamin mit oder ohne Eisen?

Eisen ist einer der Nährstoffe, bei denen eine pauschale Empfehlung besonders wenig sinnvoll ist. Bedarf und Eisenstatus unterscheiden sich erheblich zwischen verschiedenen Personengruppen.

Menstruierende Frauen können beispielsweise einen höheren Eisenbedarf haben. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass jede Frau ein eisenhaltiges Multivitamin benötigt.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt in seiner Risikobewertung von 2021 für Nahrungsergänzungsmittel eine Höchstmenge von 6 mg Eisen pro empfohlener Tagesdosis. Außerdem empfiehlt das BfR einen Warnhinweis, wonach Männer, postmenopausale Frauen und Schwangere Eisen nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen sollten.

Für gesunde erwachsene Männer, postmenopausale Frauen sowie Menschen mit hereditärer oder sekundärer Hämochromatose empfiehlt das BfR eine Eisensupplementierung nur bei diagnostiziertem Mangel und unter ärztlicher Kontrolle.

Diese BfR-Höchstmenge ist ein nationaler wissenschaftlicher Höchstmengenvorschlag und nicht mit einer harmonisierten gesetzlichen EU-Höchstmenge gleichzusetzen. Auf EU-Ebene wurden bislang keine einheitlichen Höchstmengen für Vitamine und Mineralstoffe in Nahrungsergänzungsmitteln festgelegt.

Beim Multivitamin-Kauf bedeutet das: Eisen ist weder grundsätzlich ein Qualitätsmerkmal noch grundsätzlich ein Nachteil. Entscheidend ist, ob ein eisenhaltiges Produkt zur individuellen Situation passt.

Vitamin C kann die Aufnahme von Nicht-Häm-Eisen erhöhen. Kaffee und schwarzer Tee enthalten dagegen Polyphenole, die die Eisenaufnahme beeinflussen können. Für den langfristigen Eisenstatus ist jedoch die gesamte Ernährung ebenso relevant wie einzelne Mahlzeiten.

5. Pflanzenextrakte und weitere Inhaltsstoffe einordnen

Viele moderne Multivitamine enthalten neben klassischen Vitaminen und Mineralstoffen zusätzliche Inhaltsstoffe wie Pflanzenextrakte, Coenzym Q10 oder Polyphenole.

Solche Zusätze machen ein Produkt nicht automatisch besser oder schlechter. Entscheidend sind Art, Menge und Zweck innerhalb der Gesamtformulierung.

Menge statt Zutatenzahl

Ein Produkt mit 30 Inhaltsstoffen ist nicht automatisch hochwertiger als eines mit 20. Gerade zusätzliche Inhaltsstoffe können in Kombinationsprodukten deutlich niedriger dosiert sein als in entsprechenden Einzelpräparaten.

Wer einen bestimmten Stoff gezielt einsetzen möchte, kann deshalb mit einem Einzelpräparat flexibler dosieren.

Ashwagandha

Bei Ashwagandha ist eine differenzierte Betrachtung wichtig. Das Bundesinstitut für Risikobewertung weist auf Unsicherheiten bei der Risikobewertung Ashwagandha-haltiger Nahrungsergänzungsmittel hin. Besonders sensible Personengruppen sollten entsprechende Produkte nicht ohne individuelle Abklärung verwenden.

Entscheidend ist deshalb auch bei Pflanzenextrakten: Nicht allein auf den Namen des Inhaltsstoffs achten, sondern auf Menge, Standardisierung, persönliche Situation und mögliche Wechselwirkungen.

Beta-Carotin

Beta-Carotin ist eine Vorstufe von Vitamin A. Bei Nahrungsergänzungsmitteln ist die Einordnung der Dosierung und der Zielgruppe besonders wichtig.

Große randomisierte Studien mit 20 beziehungsweise 30 mg Beta-Carotin pro Tag zeigten bei Rauchern beziehungsweise weiteren Hochrisikogruppen ein erhöhtes Lungenkrebsrisiko. In ihrer aktuellen Übersicht zu tolerierbaren Aufnahmemengen weist die EFSA ausdrücklich darauf hin, dass Raucher Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin vermeiden sollten.

Auch für die Allgemeinbevölkerung sollte zusätzlich aufgenommenes Beta-Carotin laut EFSA auf den Zweck begrenzt bleiben, den Vitamin-A-Bedarf zu decken.

6. Zutatenliste, Hilfsstoffe und Kapselhülle prüfen

Neben den eigentlichen Vitaminen und Mineralstoffen lohnt sich ein Blick auf die vollständige Zutatenliste.

  • Kapselhülle: HPMC ist eine pflanzliche Kapselhülle und eignet sich für vegane Produkte. Gelatine ist tierischen Ursprungs.
  • Hilfsstoffe: Entscheidend ist weniger eine möglichst kurze Zutatenliste als eine transparente Deklaration der tatsächlich verwendeten Stoffe.
  • Allergene und Unverträglichkeiten: Prüfe die Angaben, wenn für dich bestimmte Zutaten relevant sind.
  • Tagesportion: Auch die Anzahl der täglich einzunehmenden Kapseln kann für die praktische Nutzung eine Rolle spielen.

Eine lange Zutatenliste ist damit nicht automatisch schlecht – genauso wenig ist eine sehr kurze Zutatenliste automatisch ein Qualitätsbeweis.

7. Herstellung und Laborprüfung nachvollziehen

Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich Lebensmittel. Anders als Arzneimittel durchlaufen sie grundsätzlich kein allgemeines arzneimittelrechtliches Zulassungsverfahren vor dem Inverkehrbringen. Für die Sicherheit und Rechtskonformität des Produkts ist der Lebensmittelunternehmer verantwortlich.

Deshalb lohnt sich beim Kauf ein Blick darauf, wie transparent ein Hersteller über Produktion und Qualitätskontrolle informiert.

Sinnvolle Fragen sind:

  • Wo wird das Produkt hergestellt?
  • Welche Qualitäts- und Hygienestandards werden angewendet?
  • Werden Rohstoffe oder fertige Chargen analysiert?
  • Welche Parameter werden tatsächlich untersucht?
  • Ist erkennbar, auf welche Charge sich ein Analyseergebnis bezieht?
  • Sind Laborberichte oder Analysezertifikate einsehbar?

Der Begriff „laborgeprüft“ allein sagt noch nicht, was untersucht wurde. Ein Laborbericht ist deshalb aussagekräftiger, wenn Prüfparameter, Ergebnis, Charge, Prüfmethode und Labor nachvollziehbar angegeben sind.

Auch GMP (Good Manufacturing Practice) beschreibt Grundsätze guter Herstellungspraxis. Bei Nahrungsergänzungsmitteln sollte jedoch konkret geprüft werden, auf welchen Standard und Produktionsbereich sich eine entsprechende Herstellerangabe bezieht.

Wie Minerva-Vita die eigene Produktion und Qualitätskontrolle einordnet, erklären wir ausführlicher im Beitrag Unsere Produktionsstandards: Was bedeutet GMP und laborgeprüft?.

Verfügbare chargenbezogene Herstellerzertifikate und unabhängige Prüfberichte findest du außerdem auf unserer Seite Laborberichte & Prüfanalysen. Dort kennzeichnen wir auch, ob ein Dokument vom Hersteller oder von einem unabhängigen Labor stammt und auf welche Charge es sich bezieht.

8. Den Preis pro Tagesdosis vergleichen

Der Packungspreis allein eignet sich schlecht für einen Vergleich. Zwei Produkte mit jeweils 60 Kapseln können je nach Einnahmeempfehlung 60, 30 oder sogar nur 20 Tagesdosen enthalten.

Die einfachste Rechnung lautet:

Packungspreis ÷ Anzahl der Tagesdosen = Preis pro Tag

Der Tagespreis sollte anschließend gemeinsam mit Zusammensetzung, Dosierungen, Rohstoffen und Qualitätskontrolle betrachtet werden.

Ein niedriger Preis ist nicht automatisch ein Qualitätsmangel. Umgekehrt garantiert ein hoher Preis kein besseres Produkt.

Alter und Lebensphase: Gibt es das richtige Multivitamin für jeden?

Ein gutes Multivitamin lässt sich nicht allein anhand einer Alterszahl auswählen. Ein „40+“- oder „50+“-Etikett sagt zunächst wenig darüber aus, ob die Zusammensetzung tatsächlich zur einzelnen Person passt.

Relevant können unter anderem sein:

  • Ernährungsweise und Lebensmittelauswahl
  • Geschlecht und Lebensphase
  • Menstruation oder Menopause
  • Schwangerschaft und Stillzeit
  • regelmäßige Medikamenteneinnahme
  • bereits verwendete Nahrungsergänzungsmittel
  • ärztlich festgestellte Mängel oder besondere Versorgungsfragen

Bei Vitamin B12 kann beispielsweise die Aufnahme aus natürlichen Lebensmitteln mit zunehmendem Alter bei manchen Menschen beeinträchtigt sein. Daraus folgt aber keine pauschale Empfehlung für ein bestimmtes Multivitamin ab 40 oder 50.

Wer einen konkreten Mangel vermutet, sollte nicht anhand des Alters raten. Eine ärztliche Abklärung mit geeigneten Laborwerten kann dann sinnvoller sein als eine möglichst breit oder hoch dosierte Supplementierung.

Warnsignale: Wann du beim Multivitamin-Kauf genauer hinschauen solltest

Einige Merkmale sollten zumindest dazu führen, ein Produkt genauer zu prüfen:

  • Heil- oder Krankheitsversprechen wie „heilt“, „verhindert Krankheiten“ oder „verjüngt“
  • unklare Mischungen ohne nachvollziehbare Einzelmengen
  • sehr hohe Dosierungen ohne nachvollziehbare Einordnung
  • fehlende oder schwer auffindbare Angaben zur empfohlenen Tagesdosis
  • unklare Hersteller- oder Produktinformationen
  • „laborgeprüft“ ohne Erklärung, was tatsächlich geprüft wurde
  • Marketingbegriffe wie „Premium“ oder „maximale Bioverfügbarkeit“ ohne konkrete Angaben zur Formulierung

Praxisbeispiel: Wie lässt sich ALL+ anhand der 8 Kriterien einordnen?

Die Kriterien lassen sich auch auf unser eigenes Multivitamin anwenden. Minerva-Vita ALL+ kombiniert 23 Inhaltsstoffe in einer empfohlenen Tagesdosis von 2 Kapseln.

Wichtig ist uns dabei dieselbe Einordnung wie bei jedem anderen Produkt: Auch ALL+ ist nicht automatisch für jede Person die passende Formulierung.

1. Deklaration

23 Inhaltsstoffe mit Mengenangaben

Die empfohlene Tagesdosis beträgt 2 Kapseln. Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und zusätzliche Inhaltsstoffe werden mit ihren jeweiligen Mengen ausgewiesen.

2. NRV & Dosierung

Mehrere Mikronährstoffe liegen über 100 % NRV

Die B-Vitamine liegen überwiegend bei 400 % NRV, Vitamin B12 bei 2.000 % NRV. Deshalb sollten mögliche Doppelungen mit weiteren Vitamin- oder B-Komplex-Präparaten berücksichtigt werden.

3. Nährstoffform

Vitamin D3 · 20 µg pro Tagesdosis

ALL+ verwendet Vitamin D3 (Cholecalciferol). Die Menge entspricht 400 % des EU-NRV.

4. Eisen

15 mg Eisen · 107 % NRV

ALL+ ist ein eisenhaltiger Multivitamin-Komplex. Die enthaltenen 15 mg liegen über dem BfR-Höchstmengenvorschlag von 6 mg pro Tagesdosis eines Nahrungsergänzungsmittels. Dieser BfR-Wert ist ein wissenschaftlicher Höchstmengenvorschlag und keine harmonisierte EU-Höchstmenge. Insbesondere Männer, postmenopausale Frauen und Personen mit Störungen des Eisenstoffwechsels sollten deshalb individuell prüfen, ob eine zusätzliche Eisenzufuhr für sie geeignet ist.

5. Zusätzliche Inhaltsstoffe

Ashwagandha · Coenzym Q10 · Resveratrol · Beta-Carotin

Enthalten sind unter anderem 160 mg Ashwagandha-Extrakt mit 4 mg Withanoliden, 20 mg Coenzym Q10 und 5 mg Resveratrol. Diese Bestandteile sind als Ergänzung der Gesamtformulierung zu verstehen und nicht mit höher dosierten Einzelpräparaten gleichzusetzen. ALL+ enthält außerdem Beta-Carotin; Raucher sollten dabei die aktuelle EFSA-Empfehlung berücksichtigen, Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin zu vermeiden.

6. Produkteigenschaften

Pflanzliche HPMC-Kapselhülle · vegan

Die Kapselhülle besteht aus Hydroxypropylmethylcellulose (HPMC). ALL+ wird als veganes Produkt angeboten.

7. Qualität & Prüfung

Herstellung in Österreich · Qualitätskontrolle

ALL+ wird laut Produktangaben in Österreich hergestellt und laborgeprüft. Minerva-Vita veröffentlicht verfügbare Herstellerzertifikate und unabhängige Laborberichte transparent und kennzeichnet, auf welche Produkte und Chargen sich die jeweiligen Ergebnisse beziehen.

8. Preis

Preis immer auf die Tagesdosis beziehen

Für einen fairen Vergleich sollte der aktuelle Packungspreis durch die enthaltenen Tagesdosen geteilt und anschließend gemeinsam mit Zusammensetzung, Dosierung und Qualitätskontrolle betrachtet werden.

Für verschiedene in ALL+ enthaltene Mikronährstoffe bestehen in der EU zugelassene gesundheitsbezogene Aussagen. Mehr zum Begriff Health Claim findest du in unserem Longevity-Glossar. So tragen beispielsweise Vitamin C, Vitamin D und Zink zu einer normalen Funktion des Immunsystems bei.

Die vollständige Zusammensetzung und wissenschaftliche Einordnung findest du auf unserer ALL+ Erklärseite zu Mikronährstoffen und Inhaltsstoffen.

ALL+ Multivitamin-Komplex ansehen →

Häufige Fragen zum Multivitamin-Kauf

Woran erkenne ich ein gutes Multivitamin?

Ein gutes Multivitamin lässt sich vor allem an Transparenz beurteilen: Achte auf Mengen pro Tagesdosis, nachvollziehbare NRV-Werte, klar bezeichnete Nährstoffformen, eine zu deiner Situation passende Zusammensetzung sowie nachvollziehbare Angaben zu Herstellung und Qualitätskontrolle. Mehr Inhaltsstoffe oder höhere Dosierungen sind nicht automatisch besser.

Ist ein hochdosiertes Multivitamin besser?

Nein. Ein hoher NRV-Prozentsatz bedeutet zunächst nur, dass die Tagesdosis über dem jeweiligen EU-Nährstoffbezugswert liegt. Entscheidend sind der einzelne Nährstoff, die Gesamtzufuhr aus Ernährung und weiteren Präparaten sowie gegebenenfalls tolerierbare obere Aufnahmemengen.

Sollte ein Multivitamin Eisen enthalten?

Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Eisenbedarf und Eisenstatus unterscheiden sich unter anderem nach Geschlecht und Lebensphase. Das BfR empfiehlt insbesondere Männern, postmenopausalen Frauen und Personen mit Hämochromatose, Eisen nur bei diagnostiziertem Mangel und unter ärztlicher Kontrolle zu supplementieren.

Welches Multivitamin ist ab 40 sinnvoll?

Eine allgemeingültige Multivitamin-Formel speziell ab 40 gibt es nicht. Wichtiger als das Alter allein sind Ernährung, Lebensphase, Medikamenteneinnahme, weitere Nahrungsergänzungsmittel und gegebenenfalls der individuelle Nährstoffstatus.

Was bedeutet die Prozentangabe NRV auf dem Etikett?

NRV steht für Nutrient Reference Value beziehungsweise Nährstoffbezugswert. Die Prozentangabe zeigt, welchen Anteil des in der EU festgelegten Referenzwerts die angegebene Tagesdosis liefert. 100 % NRV entsprechen dem jeweiligen Referenzwert, sind aber weder eine individuelle Bedarfsmessung noch automatisch die optimale Dosierung für jede Person.

Fazit: Nicht das stärkste, sondern das passende Multivitamin kaufen

Wenn du ein Multivitamin kaufen möchtest, solltest du dich nicht von der größten Zahl auf der Verpackung oder der längsten Zutatenliste leiten lassen.

Ein sinnvoll ausgewähltes Produkt zeichnet sich vor allem durch Transparenz aus: Du solltest erkennen können, welche Stoffe enthalten sind, in welchen Mengen sie pro Tagesdosis vorliegen, welche Nährstoffformen verwendet werden und wie der Hersteller Qualität und Prüfung dokumentiert.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen hohe Dosierungen, Eisen, zusätzliche Pflanzenstoffe, Beta-Carotin und mögliche Doppelungen mit anderen Nahrungsergänzungsmitteln.

Die entscheidende Frage vor dem Kauf lautet: Passt diese konkrete Formulierung zu meiner Ernährung, meiner Lebensphase und meiner bestehenden Supplement-Routine?

Wenn ein konkreter Nährstoffmangel vermutet wird, kann eine ärztliche Abklärung einschließlich geeigneter Laborwerte sinnvoll sein. Ein Multivitamin ersetzt weder eine ausgewogene Ernährung noch die gezielte Diagnostik eines möglichen Mangels.

Wissenschaftliche Quellen und Grundlagen

Europäische Union. Richtlinie 2002/46/EG über Nahrungsergänzungsmittel – aktuelle konsolidierte Fassung. Rechtliche Grundlage für Nahrungsergänzungsmittel in der EU, unter anderem zu Kennzeichnung, Tagesportion und Mengenangaben.

Europäische Union. Verordnung (EU) Nr. 1169/2011 – Lebensmittelinformationsverordnung. Anhang XIII enthält die Nährstoffbezugswerte (NRV) für Erwachsene.

European Food Safety Authority (EFSA). Overview on Tolerable Upper Intake Levels, Version 11, August 2025. Aktuelle Übersicht der tolerierbaren oberen Aufnahmemengen und Safe Levels für Vitamine und Mineralstoffe.

Europäische Kommission. Food Supplements – EU-Regelungen und Höchstmengen. Überblick über die EU-Regelungen für Nahrungsergänzungsmittel und den aktuellen Stand zur Festlegung harmonisierter Höchstmengen.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2021. Höchstmengenvorschläge für Eisen in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln.

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), 2024. Ashwagandha: Schlafbeeren-Präparate mit möglichen Gesundheitsrisiken – Mitteilung Nr. 39/2024.

Tripkovic, L., Lambert, H., Hart, K. et al. (2012). Comparison of vitamin D2 and vitamin D3 supplementation in raising serum 25-hydroxyvitamin D status: a systematic review and meta-analysis. The American Journal of Clinical Nutrition, 95(6), 1357–1364. DOI: 10.3945/ajcn.111.031070.

National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Multivitamin/mineral Supplements – Health Professional Fact Sheet.

National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Folate – Health Professional Fact Sheet. Einordnung von Folsäure, 5-MTHF und MTHFR-Varianten.

National Institutes of Health, Office of Dietary Supplements. Vitamin A and Carotenoids – Health Professional Fact Sheet. Enthält unter anderem die Evidenz zu hoch dosiertem Beta-Carotin bei Rauchern und weiteren Risikogruppen.

US Preventive Services Task Force (2022). Vitamin, Mineral, and Multivitamin Supplementation to Prevent Cardiovascular Disease and Cancer. JAMA, 327(23), 2326–2333. DOI: 10.1001/jama.2022.8970.

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und Kaufberatung und ersetzt keine individuelle medizinische Beratung. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sowie eine gesunde Lebensweise. Bei bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit, regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder besonderen Fragen zum Nährstoffstatus sollte die Einnahme individuell medizinisch abgeklärt werden.

Sophie Gstettner von der Minerva-Vita Redaktion

Über die Autorin

Sophie ist Teil der Minerva-Vita Redaktion und ordnet Fragen rund um Nahrungsergänzungsmittel, Inhaltsstoffe und Produktqualität wissenschaftlich fundiert und verständlich ein.

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